Wenn es um die Benennung intensiver Erlebnisse, Erfahrungen oder Ereignisse geht, holen wir uns gerne Anleihen bei der Bildersprache des Wassers: Menschen feiern rauschende Fest, strömen in die Stadien und lassen den Beifall tosen und branden ....
Wasser-Sprache Selbst
wenn es um harte Euros und Dollars geht, greift unsere Sprache auf
Wasseranspielungen zurück: An den Finanzmärkten spricht man
ganz selbstverständlich von Kapitalströmen, von sinkenden und steigenden Aktienkursen, und am Stammtisch hört
man den einen über die Ebbe im Portemonnaie klagen,
während der andere auf jene schimpft, die im Überfluss
schwimmen. Der eine sitzt im Trockenen und der andere geht baden. Und sofort wissen wir auch, was
gemeint ist, wenn in den Nachrichten von neuen Terrorwellen
oder einerm Ausufern der Gewalt die Rede ist.
Wasser liefert uns wunderbare Bilder und Analogien: Künstler sind zum Beispiel schöpferisch tätig. Sie schöpfen ihre Ideen und Werke wie aus einem unsichtbaren Brunnen und leiden zumeist schrecklich, wenn die Quellen der Inspiration versiegen.
„Seele“
heißt urgermanisch „saiwalo“, was so viel bedeute wie „die
zum See Gehörige, vom See Stammende“. Und ganz
selbstverständlich sprechen wir seit fast 100 Jahren von der Tiefenpsychologie, wobei jeder intuitiv zu wissen scheint,
worum es dabei geht.
Das
Wasser liefert uns Bilder und Analogien, die offenbar keiner weiteren
Erklärung bedürfen. Jeder versteht sie. Unsere Sprache ist geradezu gesättigt mit Anspielungen auf
die Welt des Wassers. Achten Sie heute einmal darauf.