Gespräch dem Wasserforscher und Buchautor Ulrich Holst
Was ist eigentlich „Wasserbelebung“? Manche sprechen ja auch von
Wasserenergetisierung oder Wasservitalisierung? Ist das alles das
Gleiche? Ulrich Holst: Unter all diesen Begriffen versteht man physikalische
Verfahren, die dem Wasser wieder die Qualität und Energie
frischen Quellwassers verleihen. Das Ganze funktioniert relativ
simpel ohne Chemie und Strom, indem das Wasser verwirbelt oder einem
feinstofflichem Schwingungsfeld ausgesetzt wird.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, darüber ein Buch zu
schreiben?
Das ist eine etwas
längere Geschichte. Vor etwa zehn Jahren erlitt meine Frau ihren
fünften Bandscheiben-Vorfall. Sie arbeitete als Krankenschwester
und ihr Beruf stand auf dem Spiel. Der Arzt stellte sie dann vor die
Alternative: Messer oder Wasser trinken! Es zeigte sich, dass sie oft
stundenlang ohne Wassertrinken gearbeitet hatte. Ihr Körper war
völlig dehydriert und ihre Bandscheiben waren nicht eingebettet
in prall mit Wasser gefüllte Zellen, sondern drohten bei der
kleinsten falschen Bewegung ihren Halt zu verlieren. Sie entschied
sich natürlich für Wassertrinken: Jede Stunde mindestens
ein Glas - lauwarm! Aber Leitungswasser schmeckte ihr nicht - also
Flaschenwasser. Schon nach paar Wochen ging es ihr bedeutend besser,
doch mir ging es zunehmend schlechter: Mich nervte die
Kistenschlepperei und die Haushaltskasse litt auch. Das konnte nicht
die Lösung sein, und ich begann nach Alternativen zu forschen.
Schon bald wurde ich fündig: Kleine Öko-High-tech Geräte,
die das Leitungswasser „veredeln“ sollen. Anfangs mehr als
skeptisch, staunten wir dann, wie gut unser Leitungswasser nun
schmeckte. Keine Probleme mehr, zwei bis drei Liter täglich zu
trinken. Dieses Wasser „läuft“. Man spürt richtig, wie
man damit Energie tankt. Seit vielen Jahren trinken wir nun
„Quellwasser“ aus dem eigenen Wasserhahn - unser Hund
übrigens auch. (Er hatte bis dahin selbst dem dreckigsten
Pfützenwasser den Vorzug gegeben.) Da ich mich ohnehin
schon viel mit Wasser beschäftige – ich bin auch Rutengeher –
packte mich dann der Forschergeist. Ich wollte wissen, was es mit der
Wasserbelebung auf sich hat. Daraus ist dann dieses Buch entstanden.
Ist
Wasserbelebung eine Alternative zum Mineralwasser?
Auf jeden Fall. Es
kann ja nicht die Lösung für die Zukunft sein, dass jeder
Bundesbürger pro Jahr im Schnitt 130 Liter Flaschenwasser
konsumiert. Damit sind enorme Umweltbelastungen verbunden. Denken Sie
nur an vielen LKWs, die quer durch Europa unzählige
Wasserflaschen hin und her fahren. Das ist überflüssig,
wenn jeder sein Quellwasser aus dem eigenen Wasserhahn zapfen kann.
Wie
funktioniert Wasserbelebung? Was ist das Geheimnis?
Einfach ausgedrückt: Das Wasser bekommt seinen natürlichen
Charakter zurück. Wenn
Sie einmal einen Fluss genauer beobachten, dann werden Sie
feststellen, dass er ständig die Tendenz hat, kleine und
grosse Wirbel zu bilden. Er fliesst auch nicht einfach
geradeaus, sondern schlängelt sich durch die Landschaft. Selbst
ein Tropfen, der senkrecht auf einer Fensterscheibe hinunterläuft,
nimmt nicht den einfachen geraden Weg, sondern baut permanent noch
kleine Wirbel auf. Diese Wirbelbewegungen sind lebensnotwendig für
das Wasser, weil es damit seine Energie aufbaut und verfeinert.
In
unseren Leitungsrohren kann das Wasser diese Wirbel nicht bilden. Es
wird gestaut in seiner Energie und "verklumpt" auf seiner
molekularen Ebene. Das Wasser schmeckt deshalb nicht wirklich frisch
und belebend. Mit Hilfe der Wasserbelebung wird das Wasser quasi
entstresst und ist auf der molekularen Ebene wieder sehr fein und
harmonisch. Es kann dann Stoffe viel besser lösen und
transportieren. Das ist nicht nur für den menschlichen
Stoffwechsel ein Gewinn.
Wasserbelebung wird heute nicht nur in privaten Haushalten
eingesetzt?
Ja, viele Gärtnereien, Wäschereien oder auch
Landwirtschaftsbetriebe nutzen belebtes Wasser. Die Pflanzen zeigen
sich resistenter gegen Schädlingsbefall, man braucht wesentlich
weniger Reinigungsmittel und in der Viehzucht wird der Tierarzt zum
seltenen Gast. Es ist ja so, dass in der Natur alle biologischen
Funktionen direkt oder indirekt vom Wasser abhängig sind. Wenn
man nun Wasser zur Verfügung hat, frisch und lebendig wie aus
der Bergquelle, dann gibt’s schon kleine Wunder zu erleben.
Wie reagiert denn die Wissenschaft darauf?
Moderne Wasserbelebungstechnologie gibt es seit etwa 20 Jahren.
Anfangs wurde das völlig ignoriert und für esoterischen
Hokuspokus gehalten. Heute forscht sogar das Raumfahrtzentrum an der
Uni Stuttgart an diesem Thema und mittlerweile gibt es zahlreiche
wissenschaftliche Studien, die die Wirkungen dieser Technologie
dokumentieren. Es zeichnen sich dabei sehr effektive und
kostengünstige Lösungen ab, Wasserbelebung auch im grossen
Rahmen einzusetzen – beispielsweise in der Gewässersanierung.
Gibt es dort schon konkrete Erfahrungen?
Ja, einige. So ist vor wenigen Jahren der Dreipfuhlsee in Berlin
allein mit dieser Technologie saniert worden – ohne Abpumpen,
Bodenaushub, Chemikalieneinsatz oder Ähnlichem. Man hat einfach
gezielt einige Wasserbelebungsgeräte installiert. Seitdem ist
der See nicht mehr „umgekippt“, stinkt nicht mehr und hat einen
gesunden Fisch- und Pflanzenbestand.
Das sind ja erfreuliche Zukunftsaussichten.
In der Tat. Da eröffnet sich ein ganz neues Feld mit
phantastischen Möglichkeiten. Studien in grossen
landwirtschaftlichen Plantagen in Spanien haben zum Beispiel gezeigt,
dass man mit Wasserbelebung die Erträge erheblich steigern kann
während der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert
wird. Dies schont auch die Grundwässer, deren Pegel immer weiter
sinken und die das Hauptreservoir für die Trinkwasserversorgung
bilden. Einige Unternehmen der Wasserbelebungsbranche sind bereits
seit einigen Jahren auch in Ländern der so genannten Dritten
Welt aktiv. Die Wasserqualität ist dort oft verheerend. Weil
diese Geräte kinderleicht zu montieren sind, keine Wartung
benötigen und ohne elektrischen Strom funktionieren, sind sie
eine ideale Lösung, vitales Wasser für jedermann verfügbar
zu machen. Es sind schon einige erfreuliche Entwicklungen in Gang
gekommen, die langfristig die Menschen auch unabhängiger machen
von den grossen Wasser-Konzernen