Inzwischen gibt es weltweit hunderte Studien zu den Gefahren der Handystrahlung. Im Jahre 2009 wurden sie von der EU-Umweltkommission im Rahmen der Interphone-Studie zusammengefasst und ausgewertet. Das vielleicht gravierendste Fazit: Bei langjähriger Nutzung erhöht sich das Risiko einer Hirntumorerkrankung um etwa 200 Prozent und Genschädigungen sind nicht auszuschließen.
Das Risiko ist seit langem bekannt
"Wir haben Hühnereier in einem Brutschrank mit Mikrowellen der Stärke unterhalb unserer aktuellen Grenzwerte bestrahlt und damit ausnahmslos jedes Embryo getötet! Kein einziges Küken ist geschlüpft, keines hat die Strahlen überlebt. Aus der Kontrollgruppe, die nicht bestrahlt wurde, schlüpften ausnahmslos gesundeTiere." Prof. Dr. Dr. Andras Varga, Hygiene-Institut der UniversitätHeidelberg (1991)
"Rattenhirne sind nach Bestrahlung mit Mikrowellen,wie man sie vom Mobilfunk kennt, übersät mit dunklen Flecken und deutlich geschädigt. Es tritt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen aus, verursacht durch die Felder. Proteine und Schadstoffe durchdringen die Blut-Hirn-Schranke, nach dem sie von der Strahlung geöffnet wurde. Proteine gehören ins Blut, niemals ins Gehirn." Prof. Arne Brun, Dr. Bertil Perssion und Prof. Leif Salford,Universität Lund (2000)
"Die Grenzwerte in Deutschland sind reichlich hoch. In Russland werden in der Medizin gepulste Mikrowellen zu Therapiezwecken eingesetzt, die nachweislich wirken; diese liegen beim 10.000stel der deutschen Grenzwerte." Prof.Dr.-Ing. Günter Käs, Bundeswehr-Universität Neubiberg
"Neben den abgesicherten thermischen Wirkungen, welche Grundlage der Grenzwerte sind, gibt es eine große Zahl von Hinweisen auf Langzeitwirkungen, z.B. Kinderleukämie, Gehirntumore und Brustkrebs, weit unterhalb der Grenzwerte." Das NRW-Umweltministerium auf die Anfrage eines Düsseldorfer Bürgers zur Elektrosmogverordnung (1998)
"Beeinträchtigungen des Immunsystems sind vielfach nachgewiesen. Es ist nicht auszuschließen, dass Mobilfunkfelder krebsfördernde Wirkung haben, also dass Krebs sich im Einfluss der Felder schneller entwickelt und fataler verläuft als normalerweise. Es wurde nachgewiesen, dass vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden mit allen Konsequenzen, die das haben kann. Es gibt Störungen sehr vieler Zellfunktionen, was besonders bedenklich stimmt. Die Auswirkung, die das alles auf den Organismus hat, können wir noch gar nicht abschätzen." Ecolog-Institut, Dr. H.P. Neitzke, umfangreichste Risikobewertung weltweiter Forschungsergebnisse im Auftrag der Telekom, ARD 'Plusminus' (Mai 2001)
"Bei unseren Forschungen haben wir menschliches Blut in Reagenzgläsern mit Mikrowellen bestrahlt, die ähnlich der Handystrahlung sind. Es zeigte sich, dass sich unter dem Feldeinfluss die Zellkerne spalten. Es gibt Beweise für Schäden durch Mobilfunk. Dabei geht es nicht nur um Hirntumore, Blutveränderungen und Krebs, sondern auch um genetische Störungen und andere Probleme. Wenn wir jetzt keine umfassenden Forschungen anstellen und die Augen verschließen, dann wird das nichts bringen. Man erweckt nur den Eindruck, dass man Tote zählen will, bevor man handelt. Mit den Informationen,die wir zum jetzigen Zeitpunkt in der Hand haben, ist Entwarnung absolut unhaltbar." Dr. George Carlo, Medizin-Physiker und Leiter einer im Auftrag der US-Mobilfunkindustrie durchgeführten 27-Millionen-Dollar-Studie (1999)
"Zur Unterstützung der Tatsache gesundheitsschädlicher Auswirkungen von Mikrowellen, wie sie heute beim Mobilfunk benutzt werden, sollten wir uns an folgendes erinnern: Während des 'kalten Krieges' war die Mikrowellenbestrahlung der westlichen Botschaften, die durch die Sowjetunion mit der erklärten Absicht durchgeführt wurde, Gesundheitsschäden zu verursachen, erfolgreich. Die Mikrowellenstärken lagen dabei zwischen der eines Handys und einer Basisstation." Prof. Dr. J.G.Hyland, Institut für Physik, University of Warwick (2001)
STOA-Studie des Europäischen Parlaments 2001 Leitung: Dr.Gerard Hyland, Department of Physiks, University of Warwick
In der vom Europäischen Parlament veröffentlichten STOA-Studie zur physiologischen Wirkung der Mobilfunkstrahlung wird empfohlen,die Wirksamkeit von Schutzmitteln zu testen, die es dem biologischen Organismus erleichtern, mit elektromagnetischen Feldern umzugehen. Offensichtlich können Handystrahlen bei“elektrosensiblen” Menschen Befindlichkeitsstörungen verschiedenster Art hervorrufen.
Der gesetzliche Grenzwert (SAR-Wert) wird als grundsätzlich ungeeignet zur Beurteilung der biologischen Wirkung von Schutzmaßnahmen bezeichnet. Der als Empfehlung an die europäische Kommission formulierte Bericht fordert die sofortige Erforschung und Entwicklungvon geeigneten Schutzmitteln gegen athermische Effekte. Ferner wird eindringlich gefordert, die Wirkung von Schutzmethoden und Richtlinien endlich am lebenden Menschen und nicht länger an toten physikalischen Modellen zu testen, welche die biologischen Wechselreaktionen des Menschen in keiner Weise abbilden.Die Studie ist seltsamerweise im Download der EU nicht mehr verfügbar.
REFLEX-Studie 2003 "Gesundheitsrisiko elektromagnetischer Felder" 12 Forschergruppen aus 7 europäischen Ländern, Leitung Prof. Dr. med. Franz Adlkofer; Finanzierung durch die EU-Kommission, die Regierungen der Schweiz und Finnland sowie der Stiftung Verum
Dies Studie untersuchte u.a., ob und inwieweit Handystrahlen das Erbgut verändern können. Untersucht wurde die so genannte Mutagenität einer Substanz, wenn sie elektromagnetischen Feldern ausgesetzt wird. Ein Teil der Tests wurde an menschlichen Promyelozyten - einer Vorstufe von Zellen der Blutbildung - durchgeführt. Eine Mutation solcher Zellen kann in weiterer Folge zu Leukämie und ähnlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems führen.Die Ergebnisse aus dieser Studie: Es gibt tatsächlich einen gentoxischen Effekt auf menschliche Zellkulturen von Mobilfunkstrahlen in der Stärke, wie sie von jedem GSM-Handy erzeugt werden. Schon früher zeigten Tierversuche anderer Studien dosisabhängige gentoxische Wirkungen unter hochfrequenter Strahlung. Eine Beschädigung der DNA und damit des Erbgutes durch Mobilfunkstrahlen ist nicht auszuschließen.
Mundkrebs: Zusammenhang mit Mobiltelefonie ?
Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass der starke Anstieg im Vorkommen von Speicheldrüsenkrebs in Israel in Verbindung mit der Nutzung von Mobiltelefonen stehen könnte.
Die Untersuchung im Auftrag der Israel Dental Association beschäftigtesich unter anderem mit der Auftretenshäufigkeit von Mundhöhlenkrebs inIsrael zwischen den Jahren 1970 und 2006.
Unter den Speicheldrüsenkrebs-Fällen fanden die Wissenschaftler einen bedenklichen Anstieg an Fällen bösartiger Wucherungen in den Ohrspeicheldrüsen, nahe der Stelle, wo Mobiltelefone während des Gesprächs gehalten werden. Im Gegensatz dazu blieb die Häufigkeit vonSpeicheldrüsenkrebs in der unteren Mundregion – den so genannten submandibularen und sublingualen Speicheldrüsen -stabil.
Von den 11.843 Israelis, die im untersuchten Zeitraum Mundkrebsentwickelten, war Speicheldrüsenkrebs der dritthäufigste (bei 16,2%)nach Lippenkrebs und Kehlkopfkrebs.
Die meisten Mundkrebs-Patienten waren über 70 Jahre, nur 2,7% warenunter 20. Speicheldrüsenkrebs hingegen, bei dem die Forscher einenZusammenhang mit der Mobiltelefonie vermuten, war überproportionalhäufig unter den jungen Patienten, 20% waren jünger als 20 Jahre.
Von 1980-2002 blieb die Anzahl der Krebsfälle der Ohrspeicheldrüsenstabil bei etwa 25 im Jahr. In den darauf folgenden fünf Jahren stiegdie Zahl der Fälle dramatisch auf etwa 70 Fälle im Jahr.
Der leitende Forscher Dr. Avi Zvini von der zahnmedizinischen Fakultätder Hebrew University sagte: “Wir haben keine Daten über den Gebrauchvon Mobiltelefonen bei den Patienten gesammelt, aber der Anstieg [derKrebsfälle] könnte durchaus auf die verstärkte Wirkung vonMobiltelefonen und Schäden durch die Strahlung hindeuten.“
Die Wissenschaftler planen im nächsten Schritt der Untersuchung auch Daten über den Gebrauch von Mobiltelefonen bei ihren Mundkrebspatientenzu sammeln, um mögliche statistische Verbindungen zu untersuchen.
Mundkrebs ist in Israel mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden, bei der Patienten noch durchschnittlich fünfeinhalb Jahre leben.